Parvovirose

Die Parvovirose ist eine hochgradig ansteckende Viruserkrankung. Canine Parvoviren, welche die Erreger dieser gefährlichen Krankheit sind, werden von erkrankten Tieren über längere Zeit massenhaft mit dem Kot ausgeschieden und sind in der Außenwelt sehr lang lebensfähig. Somit stellt nicht nur der direkte Kontakt mit einem erkrankten oder noch Viren ausscheidenden Tier  sowie jedes „Hundehäufchen“ eine potentielle Ansteckungsquelle dar, auch über kontaminiertes Futter, Kleidung und Gegenstände kann sich ihr Hund infizieren. Die Parvovirose ist nach wie vor die wichtigste und gefährlichste virale Erkrankung der Hunde.

Wie äußert sich die Krankheit?

Die Krankheit beginnt mit hochgradiger Mattigkeit, Teilnahmslosigkeit, Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen und hohem Fieber oder Untertemperatur. Kurz darauf erbrechen die Tiere massiv, zunächst Reste der letzten Mahlzeit, bald nur noch Schleim und Galle. Hinzu kommt explosionsartiger, stinkender Durchfall, der anfangs wässrig ist, aber bald blutig wird und Darmschleimhautfetzen enthält. Durch Erbrechen und Durchfall verliert der Hund sehr schnell große Mengen Flüssigkeit, er leidet unter starkem Durst, ist aber in diesem Zustand meist schon zu geschwächt, um noch selbst zu trinken. Rasche Austrocknung führt zu einem deutlich sichtbaren Verfall und Gewichtsverlust bis zu 15% und letztlich zum Tod. Selbst wenn bei den ersten Anzeichen der Krankheit tierärztliche Hilfe in Anspruch genommen wird, sind trotz aufwendiger Intensivmedizin besonders Jungtiere meist nicht zu retten. Entscheidend für den Verlauf der Erkrankung ist ein Beenden der schweren Durchfälle und ein Ausgleich des Wasserhaushaltes sowie eine ausreichende Versorgung mit Elektrolyten, insbesondere Kalium und Bicarbonate. Bei sehr jungen Welpen kann die Infektion zum akuten Herztod führen, ohne dass die Welpen vorher Krankheitssymptome gezeigt haben. Tiere, die die Erkrankung überleben, können dauerhafte Herzschäden mit entsprechend eingeschränkter Leistungsfähigkeit zurückbehalten.

Kann man Vorbeugen?

Der Erreger kann im Kot nachgewiesen werden. Der beste Schutz gegen die Parvovirose ist die konsequente Impfung (siehe Tipps zur Haltung eines Hundes), die selbstverständlich in unserer Praxis vorgenommen werden kann.

Wie kommen die Hunde zu dieser Krankheit?

Parvoviren sind überall zu finden und außerordentlich widerstandsfähig. Sie bleiben in der Umwelt Monate infektiös. Das Virus wird mit dem Kot über 12 – 14 Tage ausgeschieden. Besonders betroffen sind Welpen im Alter von 6 – 8 Wochen. Bestimmte Hunderassen wie z.B. Dobermann, Rottweiler, Deutscher Schäferhund, Springerspaniel, American Pittbullterrier oder Border Collie scheinen besondere Rassedisposition für Parvovirose zu haben, wobei unklar ist, ob sie eher und/oder ernsthafter an Parvovirose erkranken als andere Rassen, oder ob sie eher unzureichend auf eine Impfung reagieren.

Die Parvovirose kann in zwei verschiedenen Formen verlaufen, Herzmuskelentzündung und  Darmwandentzündung. Die Herzmuskelentzündung kommt nur bei jungen Hunden bis zu einem Alter von drei bis vier Monaten vor und ist heutzutage ausgesprochen selten. Im Gegensatz dazu ist trotz umfangreicher Impfungen eine Eindämmung der Form von Darmwandentzündung nicht festzustellen.

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