Katzenseuche

Die Katzenseuche (eine der gefährlichsten Katzenerkrankungen)

Allgemeines

Die Katzenseuche, auch als Panleukopenie bekannt, ist eine hoch ansteckende Katzenerkrankung,
welche durch einen Erreger des felinen Parvovirus übertragen wird.
Der Erreger wird durch ein mit dem Parvovirus infizierten Tier im Kot ausgeschieden. Aber auch in
sämtlichen Körpersekreten, wie Speichel oder Urin, ist das Virus zu finden. Die Infektion eines Tieres
erfolgt also direkt von Tier zu Tier oder durch einen mit dem Virus in Berührung gekommenen
Gegenstand, wie etwa einen Fressnapf, Schuhe oder einen Katzenkorb. So kann der Erreger auch von
draußen, haftend an Schuhen oder Kleidung, in die Wohnung gebracht werden. Dadurch können auch
reine Hauskatzen mit dem Virus in Berührung kommen. Die Krankheitsauslöser dringen über die
Schleimhäute der Nase und der Maulhöhle in die Katze ein.
Das Virus ist sehr widerstandsfähig gegen Umweltfaktoren und kann bis zu über ein Jahr unter
normalen Bedingungen (z.B. Raumtemperatur) infektiös bleiben. Wenn also beispielsweise das Virus
in einer Wohnung aufgetreten ist, so kann sich eine Katze auch nach einem Jahr noch infizieren,
wenn Wohnung nicht gründlich gereinigt wurde. Einfache Hausmittel bringen leider keinen Erfolg, es
sei denn diese enthalten Formaldehyd oder Natriumhypochlorit. Diese Säuren sind im Stande, den
Virus relativ zuverlässig innerhalb der aufgetragenen Stelle zu entfernen.
Die Katzenseuche kommt in allen Teilen der Welt vor und kann jede Katze, egal welcher Rasse oder
Herkunft, befallen. Selbst Stinktiere, Waschbären oder Nerze können mit dieser Krankheit infiziert
werden.

Vorbeugung / Impfung & Behandlung

Das beste Mittel bzw. die wirksamste Vorbeugung gegen die Katzenseuche besteht in einer
Schutzimpfung, die bei Katzen ab der achten Lebenswoche verabreicht werden kann. Nach Ablauf
eines Monats, ist dann eine weitere Impfung von Nöten. Auffrischimpfungen werden im Abstand von
einem Jahr empfohlen um den Schutz aufrechtzuerhalten.
Kommt es bei einer Katze ohne erhaltene Schutzimpfung zum Ausbruch der Krankheit, bekommt das
Tier unter meist stationären Aufenthalt mehrere Infusionen. Diese sind nötig, um die Katze zu
stabilisieren und den großen Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Unter Verabreichung von speziellem
Futter und Antibiotika (um durch das geschwächte Immunsystem auftretende bakterielle
Sekundärinfektionen zu bekämpfen) , können die meisten ausgewachsenen Tiere gerettet werden.
Jungkatzen dagegen haben eine weitaus geringere Überlebenschance.

Symptome und Diagnostik

Die Zeit zwischen der Infektion und dem Auftreten erster Symptome beträgt in etwa 2 bis 11 Tage
und kann bei fehlender Behandlung nach wenigen Tagen zum Tode führen. Gerade Jungtiere sind
durch ihren noch schwach ausgeprägten Immunkreislauf gefährdet und meistens nicht mehr zu
retten. Je nach Stärke des Tieres, kann es zu verschiedenen Verlaufsformen der Krankheit kommen.
Von einem perakuten Ablauf spricht man, wenn das Tier schon nach wenigen Stunden ohne
irgendwelcher Symptomatik dahinscheidet.

Erste Anzeichen für einen akuten Verlauf der Katzenseuche sind fehlender Appetit, Desinteresse und
Bewegungsunlust. Dann steigt die Körpertemperatur auf über 40°C (Normaltemperatur der Katze
liegt zwischen 38 und 39 °C), die Katze erbricht häufig und nach 1 bis 2 Tagen kommt es zu schwerem
Durchfall, teilweise mit Blut vermischt. Dadurch besteht die Gefahr, dass das Tier dehydriert und
austrocknet. Bei einem subakuten Verlauf sind die Begleiterscheinungen schwächer. Es treten auch
Appetitlosigkeit und mäßiger Durchfall auf. Jedoch zieht sich bei diesem Verlauf die Krankheit
wesentlich länger hin.

Erkrankt ein trächtiges Muttertier an der Katzenseuche, so kommt es bei dem Fötus zu
Gehirnschäden, die im Arztjargon als Kleinhirn- Ataxie bezeichnet werden.
Der Parvovirus ist ein DNS- Virus, was in erster Linie das Lymphsystem und das Knochenmark befällt,
denn hier können sich die Viruszellen rapide vermehren und ausbreiten.
Eine Diagnose kann mit Hilfe von Laboruntersuchungen erstellt werden. Neben oben genannten
Symptomen liegt die Leukozytenanzahl (weiße Blutkörperchen) aus entsprechender Blutprobe unter
dem Normalwert. Auch der Kot liefert, dank mikroskopischer Untersuchungen, Auskunft über einen
eventuellen Parvovirusbefall. Ebenso können körperbezogene Untersuchungen am Tier, wie etwa am
Dünndarm oder am Lymphsystem, hilfreich sein. Ist das Tier erkrankt, so wären beispielsweise eine
deutliche Abnahme der Darmzotten und der Darmkrypten zu beobachten.

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